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Viele von uns fühlten sich unzulänglich, minderwertig,
einsam und ängstlich. Unser Inneres entsprach nie dem,
was wir bei anderen von außen sahen.
Schon sehr früh hatten wir uns abgetrennt gefühlt
-- von unseren Eltern, gleichaltrigen Freunden und uns selbst.
Mit Phantasien und Selbstbefriedigung haben wir einfach abgeschaltet.
Wir haben die Bilder und Vorstellungen in uns eingesogen und
sind den Objekten unserer Phantasien nachgehangen. Lüstern
begehrten wir, und lüstern wollten wir begehrt werden.
Wir wurden wahre Abhängige: Es kam zu Sex mit uns selbst,
häufig wechselnden Sexpartnern, Ehebruch, Abhängigkeitsbeziehungen
und noch mehr Phantasien. Wir nahmen es durch die Augen auf;
wir kauften, verkauften, tauschten und verschenkten Sex. Wir
waren abhängig von Arglist, Kitzel und Verbotenem. Wir
glaubten, nur dann davon frei zu sein, wenn wir es taten.
"Bitte nimm Verbindung mit mir auf und mach mich ganz!",
schrieen wir mit ausgestreckten Armen. Durch unsere Lüsternheit
nach dem totalen Rausch übergaben wir unsere Kraft an
andere.
Dadurch entstanden Schuldgefühle, Selbsthaß, Reue,
Leere und Schmerz. Wir wurden noch mehr nach innen getrieben,
weg von der Realität, weg von der Liebe, in uns verloren
und verirrt.
Unser Tun machte wahre Nähe unmöglich. Wir konnten
uns nie wirklich mit einem anderen Menschen vereint fühlen,
weil wir süchtig nach dem Unwirklichen waren. Wir suchten
nichts als sexuelle Anziehung - die magische Verbindung, weil
wir dadurch wirkliche Nähe und wirkliches Einswerden
umgehen konnten. Die Phantasie verdarb die Wirklichkeit; unsere
süchtige sexuelle Begierde tötete die Liebe.
Zuerst wurden wir süchtig, dann verkrüppelte unsere
Liebesfähigkeit: Wir nahmen von anderen, um uns aufzufüllen
mit dem, was in uns fehlte. Indem wir uns immer wieder vormachten,
daß der nächste Sexrausch uns retten würde,
verloren wir in Wirklichkeit unsere Lebensfähigkeit.
© Anonyme Sexaholiker
Deutschland 2006
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